Maifest in der Nachkriegszeit

Bei der Aufstellung der nachfolgenden Historie dienten als Basis der Maigesellschaft Pier – Pommenich 1839 heute zur Verfügung stehenden Unterlagen früherer Jahre. Durch den großen zeitlichen Rahmen war eine detaillierte Chronik kaum möglich, so dass man sich bei älteren Darstellungen auf mündliche Überlieferung berufen musste.

Aus der Zeit des vorigen Jahrhunderts sowie den genauen Beweggründen, die zur Gründung der Maigesellschaft 1839 führte, ist nur wenig überliefert. Ein Grund für die Junggesellen in der Stunde war mit Sicherheit, dem bis Dato losen Zusammenschluss eine gewisse anerkannte Form zu geben.

Um die Jahrhundertwende wurde das Maifest in Pier so gestaltet, die unverheirateten Männer Mit ihren Maibräuten in der Mainacht zur Rur zogen um dort ohne Aufsicht feierten. Finanziert wurde das Gelage durch die Erlöse der Maiversteigerung. Ein Maifest wie in der heutigen Zeit bestand zu dieser Zeit noch nicht.

Erst mit der Neugründung der Maigesellschaft nach dem 2. Weltkrieg beginnt die Zeit, die in den Unterlagen der Maigesellschaft belegt ist.

Die Gründungsväter der Maigesellschaft Pier – Pommenich 1839 waren in der ersten Stunde des Jahres 1946:

  • 1. Vorsitzender Franz Werners
  • 2. Vorsitzender Fritz Schwarz
  • 1. Kassierer Christian Rosarius
  • 2. Kassierer Willi Axer
  • 1. Schriftführer Werner Genreith
  • 2. Schriftführer Josef Nepomuck

Die Versteigerung der Maibräute erfolgte üblicherweise am 30. April, der Maiball wurde am 1.Mai durchgeführt. Die Preise für die Mädels waren damals im Vergleich zur heutigen Zeit sehr human. So konnten die Burschen ihre auswählten füt Preise von 0,10 DM bis 2,00 DM ersteigern. Beim ausrufen der Maibräute wurden die Junggesellen damals durch die „ Loup’sche Kapell“ unterstützt. Die Kapelle Loup war auch auf verschiedenen Maibällen für Musikalische Unterstützung zuständig. Die Kapelle stammte aus Merken und stellte in der Mainacht zum Ausrufen der Maibräute 6 bis 7 Musiker zur Verfügung. Diese Spielleute wurden vor dem Haus der Auserwählten von ihrem Maimann in der Mainacht bezahlt. Dabei wurden so viele Ständchen wie der jeweilige Maimann zu zahlen bereit war. 3 Ständchen kosteten damals 1,00DM. In einer Mainacht kamen dadurch mehr als 150 Ständchen zusammen, so dass sich das Ausrufen bis in die frühen Morgenstunden hinzog. Die Versteigerung der Dorfschönen wechselte jedes Jahr zwischen den verschiedensten Gaststätten. Auch der Maiball wurde jedes Jahr im Wechsel in einer anderen Gaststätte, die einen Saal zur Verfügung hatte, durchgeführt. Der Standort des Dorfmai’s wurde ebenfalls jedes Jahr gewechselt und zwar meistens vor dem Lokal der Versteigerung. . Die Entscheidung, die Gaststätte Nepomuck als Vereinslokal zu nehmen wird in späteren Jahren damit z.B. begründet, dass Pier Bürgersteige bekam und die Straßen geteert wurden, so dass der Dorfmai nicht mehr vor jeder Gaststätte aufgestellt werden konnte. Der Maibaum wird in Pier seit je her von den Junggesellen in „Handarbeit“ in den umliegenden gefällt und am 30. April mit Leitern und Tauern aufgestellt.

ahre 1968 ereignete sich beim Transport des Maibaumes ein tragischer Zwischenfall. Der damalige 1. Vorsitzende der Gesellschaft, Heinz-Joef Kruth, verlor auf dem Anhänger stehend aus ungeklärten Gründen das Gleichgewicht, fiel herunter und geriet unter das Fahrzeug. Er erlag später seinen schweren Verletzungen. Aus diesem Grund wurde das Maifest 1968 aus verständlichen Gründen abgesagt. Eine weitere, heutzutage leider nicht mehr übliche Tradition, waren die Ehrendamen und der Maiknecht. Der Maiknecht wurde, wie der Mairemmel versteigert. Der Maiknecht war dazu da, dem Maikönig mir rat und Tat zur Seite zu stehen und hatte z.B. die Aufgabe, den Königinnenstrauß und die Sträuße der Ehrendamen mit anzufertigen und in der Mainah an das jeweilige Haus zu hängen. Die beiden Ehrendamen wurden vom Maikönig auf der Versteigerung ausgewählt und dort dann nicht versteigert. Diese Ehrendamen hatten die Aufgabe, das Maikönigspaar bei ihren öffentlichen Auftritten zu begleiten. Z.B. war es auf dem Maiball üblich, dass das Maikönigspaar den Königswalzer eröffnete. Dann wurde die Maikönigin vom 1. Vorsitzenden „abgeklatscht“ und der Maikönig holte sich die 1. Ehrendame zum Tanz. Dann „klatschte“ der 1. Schriftführer den 1. Vorsitzenden ab, der sich dann die zweite Ehrendame zum Tanzen holte.